Füttere einen Vogel - auf deiner Hand


Kind im Rollstuhl füttert einen kleinen Vogel, der auf der Hand des Kindes sitzt. Cartoon Oliver Kock Greenfluencer


Ich musste nicht lange warten. Zuerst landete eine Kohlmeise auf meiner Hand. Nachdem sie wieder weggeflogen war, ließ eine kleine Blaumeise sich nicht lange bitten. Sie wog nicht mehr als eine Feder. Und wenig später besuchte mich sogar ein Rotkehlchen und blickte mich aus dunklen Knopfaugen erwartungsvoll an.

 

Die gefiederten Besucher interessierten sich natürlich in erster Linie nicht für mich. Sie waren scharf auf das, was auf meiner ausgestreckten Handfläche auf sie wartete: Zarte Haferflocken und kleine Erdnuss-Bruchstücke!

 

Im Winter, wenn es kaum Insekten gibt, die Böden gefroren sind oder Schnee liegt, kannst du einige Vogelarten bei ihrer Futtersuche unterstützen und ihnen so nahe kommen, wie sonst nur selten. Im Garten oder in den Parks, wo sich die Vögel an die Gegenwart der Menschen gewöhnt haben, stehen die Chancen gut, dass zumindest Kohl- und Blaumeisen auf deiner Hand landen.

 

Du solltest nur ganz ruhig sein, den Arm ausstrecken und die Hand ganz flach machen. Das Futter darfst du natürlich nicht vergessen - und ein wenig Geduld haben. Füttere die Piepmätze aber nicht mit Brotkrumen. Die vertragen sie nicht. Mit Haferflocken (den zarten) zerkleinerten Erdnuss-Stückchen oder Sonnenblumenkernen kannst du dagegen nichts falsch machen.

 

Wenn ein Vogel auf deiner Hand landet, spürst du ganz leicht seine klitzekleinen Krallen. Das tut nicht weh, es kitzelt eher ein wenig. Nun ist dir das kleine Wesen ganz nah und du kannst es genau beobachten. Seine bunten Federn, den kleinen Schnabel, die Beinchen und die schwarzen Augen. Ganz kurz nur, denn schnell ist der gefiederte Besucher mit seiner Beute im Schnabel wieder weggeflogen. Knabberkram mag er am liebsten auf einem Ast in der Nähe. Aber meist musst du nicht lange warten, bis der nächste kleine Flieger auf deiner Vogelfutter-Tankstelle landet.

 

Auch den Vögeln, die lieber sicheren Abstand zu uns Menschen halten, kannst du im Winter unter die Flügel greifen. Wenn du ein vor Katzen geschütztes Vogelhäuschen in Blickweite im Garten aufstellst, wirst du schon bald die unterschiedlichsten Vogelarten beobachten können.

 

Körnerfresser wie Spatzen und Finken mögen Sonnenblumenkerne, Hirse und Erdnussbruch. Weichfutterfresser wie die Amseln, Rotkehlchen oder der Zaunkönig fliegen voll auf Apfel- und Birnenstückchen, ungeschwefelte Rosinen und getrocknete Beeren. Und der Specht sollte, klopf auf Holz, Fettfutter, also Meisenknödel ohne Netz und Erdnüsse nicht verschmähen.

 

Im Frühling und im Sommer, wenn der hungrige Vogelnachwuchs in den Nestern im Chor piept, musst du dein Nahrungsangebot ein wenig variieren, denn Vogelkinder brauchen tierische Proteine, um groß und stark zu werden. Das erzähle ich dir dann aber ein anderes Mal, wenn der Frühling sich endlich aufrafft, uns wieder mit seiner Gesellschaft zu beehren.

 

Text und Illustration: Oliver Kock

 


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