Waldbaden: Warum der Wald uns gesund macht


Mann nutzt Baum als Badewanne Waldbaden Cartoon Oliver Kock

Lass dich ablenken.

Mach sozusagen Urlaub.

Überhör keinen Baum und kein Wasser.

 

Peter Handke


Aus dem fernen Japan schwappt ein neuer Trend zu uns herüber: das Waldbaden.

 

Lange, bevor wir zu Couchkartoffeln mutierten und den Fernsehsessel zu unserem bevorzugten Habitat machten, waren wir Menschen Wald- und Steppenbewohner. Ein evolutionäres Erbe, dem auch zehntausend Jahre Zivilisation nichts anhaben konnten – und das wird besonders deutlich beim Waldspaziergang.

 

Wobei man heute nicht mehr spazieren geht, nein man badet im Wald. Genauer, in der Waldluft.

 

Beim Shinrin-yoku, so der japanische Ausdruck für das Waldbaden, geht es um ein intensiveres Erleben als durch den Wald zu joggen, zu walken oder mit dem Hund Gassi zu gehen. Wichtig ist das Wahrnehmen und das Einfühlen in die grüne Woodness-Oase. Keine Angst vor #TreeToo. Das Anfassen von Bäumen und Büschen, Ästen und Zweigen und Blättern ist ausdrücklich erlaubt.

 

Geräusche wie der Wind, der durch die Blätter rauscht oder ein gurgelndes Bächlein und der Geruch von Erde und Laub öffnen die Sinne und bauen Stress ab.

 

Ein Waldbesuch entschleunigt, verlangsamt den Asphalt-Schritt, erweitert den Beton-Blick.

 

Wissenschaftler vermuten eine genetische Vorliebe für bestimmte Biotope nach dem Vorbild der afrikanischen Savanne, der evolutionären Heimat des Menschen.

 

Es ist aber mehr als nur ein ein Wohlgefühl angesichts des sinnlichen Chaos'. Viele medizinische Effekte des Waldbadens sind erforscht und belegt. So auch die Wirkung von Terpenen.

 

Terpene sind chemische Verbindungen die den Geschmack und den Duft von Pflanzen bestimmen. Seit Jahrhunderten werden Terpene aus vielen Pflanzen gewonnen, um ätherische Öle herzustellen.

 

Im Wald nehmen wir sie als chemische Botenstoffe über die Atmung und die Haut auf. Durch diese innere Massage verbessert sich das Immunsystem, die Anzahl der Killerzellen die die Immunabwehr stärken, steigt. Blutdruck und das Stresshormon Cortisol sinken.

 

Und das schon nach einer Stunde in der Öko-Wanne.

 

Nach einem Tag im Wald steigt die Anzahl der Killerzellen um erstaunliche 40 Prozent.

Dieser Effekt hält eine knappe Woche an.

 

Also genau bis zum nächsten Waldbadetag!

 

 

Grüne Grüße,

 

Oliver Kock

 



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